18.11.2019 – Ethisches Lernen konkretisiert an Heiligen

„Mache dich auf und werde Licht!“ Deutlicher kann ein Satz den Sinn nicht verdeutlichen, dass jeder von uns – jeder Christ – sich öffnen soll und nach dem Guten, dem Heiligen, dem Licht streben soll. Auch im Schulunterricht bietet die Auseinandersetzung mit den Heiligen eine sehr gute Möglichkeit sich mit dem ethischen Lernen und Handeln auseinanderzusetzen. Aber als Lehrperson muss man sich auch selbst die Frage stellen: „Wie halte ich es mit den Heiligen? Wie stehe ich zu dem Thema?“ Natürlich muss man sich für die Vorbereitung mit dem Lehrplan auseinandersetzen. Zu Beginn der Auseinandersetzung mit dem Lehrplan, aber auch den eigenen, persönlichen Bezug und Aspekt beachten. Auch Referentin Monika Graf-Zanker bekennt sich dazu, dass ihr Bezug zu ihrer eigenen Namenspatronin Monika von Tagaste, Mutter des hl. Augustinus, von Irritationen geprägt war. Heilige stehen oft durch ihr Wirken hoch abgehoben auf ihren Sockeln und sind für die Menschen unnahbar. Dennoch bietet gerade die Auseinandersetzung mit ihren Biografien, die Möglichkeit einen Zugang zu den Heiligen zu finden. Das Nachdenken über Heilige gelingt gut über den Dreischritt. Im ersten Schritt soll eine Fragestellung aufgeworfen werden, an der auch durchaus Probleme thematisiert werden können. Als Beispiel wurde die Impulsgeschichte über Tobias, der zuerst das gleiche Zugangsproblem zu haben schien, angeführt: Gemeinsam ging er mit seiner Mutter an einer Kirche vorbei und bemerkte, dass die Fenster der Kirche sehr dreckig schienen. Wortlos lächelnd führte ihn seine Mutter in die Kirche und beobachtete seine Reaktion. Denn von innen bemerkte er staunend, sehen die Fenster gar nicht dreckig aus, sondern viel eher bunt, hell und scheinend. Gemeinsam betrachteten die beiden einige Zeit das Lichterschauspiel bis sie am Fenster des hl. Martin hängen blieben. Tobias‘ Mutter erzählte ihm seine Geschichte und gemeinsam unterhielten sie sich. Am nächsten Tag in der Schule stellte die Lehrerin der Klasse die Frage, was Heilige überhaupt sind. Tobias erinnerte sich an seinen Besuch in der Kirche zusammen mit seiner Mutter und antwortete: „Heilige sind Menschen, durch die die Sonne scheint!“ Die Heiligen werden hier quasi als „Durchstrahler“ Gottes dargestellt, was aber durchaus auch wieder als Frage aufgeworfen werden kann.

Im nächsten Schritt soll die Spurensuche beginnen, was Heilige auszeichnet. Hierbei können erneut ganz unterschiedliche Standpunkte zu Rate gezogen werden, wie zum Beispiel Papst Johannes Paul II., der sagte, dass die Heiligen der Glanz der Erlösung sind, die Christus in uns erwirkt hat. Oder Walter Nigg, der postulierte, dass die Heiligen ein Fenster zur Transzendenz sind. Für den dritten Schritt muss im Religionsunterricht die Perspektive wieder etwas geerdet werden, um so die Heiligen für die SchülerInnen eben von ihrem Sockel herunterzuholen.

Heilige sind aber auch Spurensucher. Lernende werden häufig mit Demut und Nächstenliebe konfrontiert. Für sie stellen Heilige eine moralische Vollkommenheit, aber auch eine Weltabgehobenheit dar, was sie durchaus unerreichbar erscheinen lässt. Vor allem mit SchülernInnen scheint eine Verbindung nur schwer möglich, ob ihrer Unerreichbarkeit. Die deutschen Bischöfe erkennen aber diese Problematik, allerdings verweisen sie auch auf das stetige Streben nach Heiligkeit, zu der alle Christen durch die Taufe und Kommunion berufen sind. Die Menschen müssen immerwährend nach dem heiligen Funken in sich selbst suchen. Auch etymologisch betrachtet, leitet sich das Wort „heilig“, dass etwas Besonderes und Verehrungswürdiges bezeichnet, vom Begriff „Heil“, also ganz werden, ab. Auch bei Selig- und Heiligsprechungsverfahren, die seit dem 12. Jahrhundert Anwendung finden, wurden Regeln aufgestellt. Demnach sollten Merkmale gesucht werden, um die Heiligen als solche zu identifizieren, wie Märtyrer oder Tugendhafte, die aber auch gleichzeitig ein Wunder vollbracht haben müssen. Diese Regelung findet auch noch heute Gebrauch. Dies bietet auch Perspektiven für den Religionsunterricht! Zum einen kann man dadurch starke Typen anbieten, die für die Entwicklung eines moralischen Urteils wichtig sind. In ihnen zeigt sich, dass sich das Gute durchsetzt und man diese auch als „Helden“ und Vorbilder haben darf. Im nächsten Schritt muss man sich aber auch positionieren, um ein vollumfängliches Verständnis zu entwickeln. Eine andere Möglichkeit wäre es Gegentrends zu setzen: Heilige könnten in den Vergleich zu heute gesetzt werden, um auch andere, weiterführende Werte zu vermitteln. Als Beispiel kann hier der Massenkonsum aufgeführt werden, den Heilige nicht von Nöten sahen und sich diesem sogar entsagten. Um den SchülernInnen die Heiligen näher zu bringen, ist es eine Möglichkeit diese einfach zu erden und von ihrem Sockel herunter zu holen und sie auf Augenhöhe zu betrachten. Gleichermaßen kann man sich mit den einzelnen Situationen befassen, mit denen auch die Heiligen konfrontiert waren. Sie können herausgearbeitet werden, um im Unterricht zu diskutieren, wie ein jeder einzelne an der Stelle des Heiligen reagiert hätte. Auf diesem Weg kann man sich in fremde Biographien einklinken und sie erlebbar machen. Wie alle Menschen hatten auch die Heiligen eine private Seite, weshalb man sich auch ganz persönliche Fragen stellen darf. Waren die Heiligen glücklich? Wieso hätten sie nicht glücklich sein sollen? Es sind solche Fragen, die sie für die SchülerInnen nahbar machen können.

Hl. Ignatius

Joachim Sailer bietet einen starken Charakter an, wenn er den Heiligen Ignatius im Unterricht verwendet. Ausgearbeitet wurde sein Beispiel für eine 7. Klasse der Realschule.  Verortet werden kann das Thema im Lernbereich 7.1 „Auf dem Weg (zu sich selbst) – Gott suchen und finden“. Sailer äußerte zu Beginn die Überlegungen, was an Ignatius von Loyola so interessant sei. „Er war verpönt, weil er zur Zeit der Gegenreformation lebte, aber bei genauerer Betrachtung hat der was!“, stellte er fest. Ignatius hat sogar eine ähnliche Theologie wie der Reformator, beide predigten sie, dass Gott inmitten der Welt erfahrbar sei. Als ersten Schritt soll Ignatius‘ zerrissene Biografie behandelt werden. Ein Einstieg in die Doppelstunde kann über biographische Notizen oder ein Youtube-Video, bei dem ein kurzer Abriss seines Lebens dargestellt wird, geleistet werden. Zeitgleich wird mit Wortkarten gearbeitet, die die verschiedenen Stationen in seinem Leben darstellen. Dabei soll  herausgearbeitet werden mit welcher Zerrissenheit Ignatius zu kämpfe hatte, der von sich sagte, dass er anders sein möchte. Die SchülerInnen sollen danach eine eigene Wertung vornehmen, um so eine Bindung aufbauen zu können. Denn im nächsten Schritt geht es um sie selbst! „Ich bin anders!“, sagt Sailer, „Die Schüler sollen erkennen, dass jeder eine zerrissene Biografie hat!“ Mittels des Freund-Feind-Schemas, sollen die Schüler aufschreiben, welche Charakterzüge ihnen wichtig sind und welche sie überhaupt nicht gut finden. Wie schon Martin Buber sagte: „Der Mensch wird am DU zum ICH.“ Eine Zerrissenheit ist immer da, aber dadurch ist es uns möglich eine Deckung zu finden. Genauso wie Ignatius, der schließlich den Weg der Mitte wählte, um so Gott in allen Dingen zu finden. Er wandte sich von seinem einen Extrem des Soldaten und des anderen Extrems ein Heiliger werden zu wollen ab und fand in der Mitte sich selbst. Die Frage ist aber nun, was wir bzw. die SchülerInnen von Ignatius und seinem Lebensweg lernen können. Wie kann ich meinen Weg zur Mitte finden? Wie kann ich mir selbst FreundIn sein? Auch die Ignatianischen Kraft- und Trostworte können hierbei Anwendung finden. Als letzten Schritt kann man sich gemeinsam fragen, worin nun die Heiligkeit des Ignatius überhaupt besteht. „Ignatius ist eine Person, die uns durch und trotz seiner Zerrissenheit hilft, Gott auch in uns zu finden“, bemerkt Sailer.

Abbildung 1 Ignatius[Abbildung 1: Zwischen zwei Extremen. In der Mitte fand Ignatius sich selbst.]

 

Heilige Elisabeth

Wir betreten den Raum, in dem Frau Tischinger-Jilg uns bereits erwartet. Sie beginnt, mit verschiedenen Materialien ein Bild zu legen. Erst ein Tuch, dann goldene Kärtchen und Muggelsteine. Es entsteht eine Krone, die sofort mit „König“ assoziiert wird. Es geht um die Heilige Elisabeth, deren Gedenktag der 19. November ist. Das Rosenwunder ist wohlbekannt, in welchem Elisabeth mit einem Korb voller Brote in die Stadt hinunter gehen wollte, um es den Armen zu geben. Dabei wird sie von ihrem Schwager ertappt, der wissen wollte, was Elisabeth in die Stadt trägt. Als sie das Tuch vom Korb zog, lagen nur Rosen darin.

Für Erst- und Zweitklässler ist das Rosenwunder zu abstrakt, jedoch kann am Beispiel der Heiligen Elisabeth das ethische Handeln thematisiert werden. Dazu wird die Geschichte der Heiligen Elisabeth elementarisiert und mit Bildern untermauert.

Frau Tischinger-Jilg gestaltet dazu ein Tafelbild mit einer Zeichnung von armen Menschen in zerrissenen Kleidern, welche die armen Stadtbewohner darstellen. An der rechten Tafelseite wird eine Zeichnung der Wartburg befestigt. In die Mitte wird eine Zeichnung Elisabeths gepinnt. Dazu erzählt Frau Tischinger-Jilg, passend zu den Bildern, die Geschichte der Heiligen Elisabeth.

„Die Frau ist eine Königin. Sie ist reich und vornehm. Sie trägt Schmuck und kostbare Kleider. Elisabeth lebte vor gut 800 Jahren auf der Wartburg in Thüringen. Die Burg steht oben auf einem Berg. Elisabeth war eine Königstochter aus Ungarn. Sie liebte Jesus. Er war ihr bester Freund. Sie sprach viel mit Jesus.

Die armen Menschen leben unten in der Stadt. Elisabeth geht spazieren und sieht in der Stadt Menschen, die Hunger haben, die zerfetzte, dünne Kleidung und keine Schuhe tragen, die krank sind, Kinder, die keine Eltern mehr haben, alte Leute, um die sich niemand kümmert.
Da überlegt Elisabeth: ‚Wir feiern auf der Burg so ausgelassene Feste mit gutem Essen. Es bleibt immer etwas übrig. Wie geht es uns doch gut.‘ Am Abend betet Elisabeth, was sie erlebt hat.

Da fällt ihr etwas ein. Sie plant, den Menschen in der Stadt Brot zu bringen. Elisabeth hat es jetzt schwer auf der Burg. Doch das Leben in der Stadt ist freundlicher und schöner geworden. Elisabeth hat die Menschen froh gemacht.“[1]

Das ethische Handeln wird an dieser Stelle dadurch gefördert, dass über die Taten der Heiligen Elisabeth gesprochen wird. Wie kann sie den Armen helfen? Was braucht sie für ihren Plan? Elisabeth hat ein Herz für Arme und Kranke. Sie sieht die Not der Menschen und handelt, weil sie in der Nachfolge Jesu steht. Handeln wie Elisabeth: zum Abschluss wird das Brot aus der Erzählung geteilt und gemeinsam verspeist.

Heiliger Nikolaus

„Schließen Sie ihre Augen und denken Sie an Ihre erste Begegnung mit dem Heiligen Nikolaus.“ Mit diesen Worten empfängt uns Prof. Dr. Riegger. Es werden Erinnerungen ausgetauscht, wobei in den  Kindheitserinnerungen ein großes Feuer und der rettende Nikolaus überwiegen. Der Heilige Nikolaus ist die Verkörperung der Liebe Gottes, zu dem sich später – je nach Region – der Knecht Ruprecht oder Krampus gesellte. In diesem Heiligen vermischen sich wahre Geschichten mit Legenden und Brauchtum, sein Todestag ist der 6. Dezember.

Eingestimmt auf den Heiligen Nikolaus wird aus vorgegebenem Material eine Unterrichtseinheit für die 7. Jahrgangsstufe der Mittelschule konzipiert. Bevor in das ethische Handeln des Heiligen eingestiegen werden kann, müssen zuerst die Legenden aufgearbeitet werden, um einen Wirklichkeitsbezug herstellen zu können. Nachfolgend werden zwei Legenden um den Heiligen Nikolaus dargelegt.

Nikolaus ist häufig mit drei goldenen Kugeln und einem Evangelienbuch zu sehen. Die Legende dazu besagt, dass der heilige Nikolaus drei jungen Frauen Geldsäcke durch das Fenster geworfen hatte, um sie vor der Prostitution zu bewahren. Der Vater der Frauen war mittellos und konnte nicht für die Aussteuer seiner Töchter sorgen und schickte sie in ein Bordell.[2] Diese Legende bildet die Grundlage für die Geschenke, die die Kinder am 6. Dezember vom Nikolaus bekommen. Betrachtet man die Legende wörtlich, wurden Kinder früher verkauft oder zur Prostitution gezwungen, um wirtschaftlichen Profit zu schlagen. Übertragen auf die heutige Zeit, die Zeit des Sextourismus und Frauenhandels, kann diese als eine Anfrage an unsere Gesellschaft gelesen werden. Je nach Klassensituation und Jahrgangsstufe sollte Prostitution mit den Worten Sklavinnen oder Bettlerinnen umschrieben werden.

Der Heilige Nikolaus ist anstelle der drei goldenen Kugeln auch mit drei Broten zu sehen. Diese Darstellung geht auf die Legende von den Getreideschiffen zurück. Eines Tages brach in Myra eine Hungersnot aus. Als mit Korn beladene Schiffe im Hafen eintrafen, bat Nikolaus den Kapitän um Getreide für die hungernde Bevölkerung. Da das Getreide für den König bestimmt war, wollte der Schiffsführer zuerst nichts davon abgeben. Erst nachdem Nikolaus versprach, dass kein Korn fehlen werde, sobald Konstantinopel erreicht ist, willigte der Kapitän ein.[3] Hier wird eine sozialkritische Sichtweise dargestellt, welche auf Verteilungsprobleme aufmerksam macht, wie sie heute noch aktuell sind.

Anhand dieser Legenden wird das Handeln des Nikolaus‘ auf die heutige Zeit übertragen. Was heißt Nächstenliebe? Geben, ohne darüber nachzudenken? Ist das miteinander Reden und seinen Gegenüber zu achten nicht genauso wertvoll? Die SchülerInnen sollen sich selber zum Thema Nächstenliebe positionieren, über den Einsatz für Arme in der Nachfolge Jesu reflektieren, beeindruckende Persönlichkeiten wie Nikolaus wahrnehmen. Es ist zudem sinnvoll, den Nikolaus vom Weihnachtsmann abzugrenzen, indem Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie die Bedeutung der beiden Figuren für die SchülerInnen ausgearbeitet werden.

Abbildung 2 Nikolaus[Abbildung 2: Der heilige Nikolaus heute]

Heilige Barbara

„Was verbindet ihr mit der Heiligen Barbara?“, mit dieser Frage startet die Grundschullehrerin Frau Monika Graf-Zanker ihre Einheit zur Heiligen Barbara. Daraufhin antworten einige StudentInnen: der Feiertag ist der 04.12, sie gehört zu den Hilfsheiligen und man schneidet Zweige ab. Doch warum macht man das? Dies hängt alles mit der Legende der Heiligen Barbara zusammen. Katholisch.de beschreibt die Heilige wie folgt: „Die Schutzheilige der Bergleute ist eine der populärsten Heiligen. Zum Namenstag Barbaras am 4. Dezember gibt es einen besonderen Brauch, von dem Gärtnereien profitieren und der Kinder verzaubert.“[4]

Mithilfe von Holzfiguren (zu erwerben bei: Religionspädagogisches Zentrum Heilsbronn) erzählt Frau Graf-Zanker die Legende der Heiligen Barbara. Diese Vorgehensweise ist besonders in der Grundschule sehr wichtig, da die SchülerInnen konkret-bildlich denken (Piaget) und so auch mythisch-wörtlich glauben (Fowler). Etwa 15 StudentInnen stehen um die beiden aufgebauten Tische herum und verfolgen gespannt die Geschichte: „Vor langer Zeit hat sich die Geschichte der Heiligen Barbara zugetragen. In Nikomedia weit im Osten lebt ein reicher Kaufmann. Er heißt Nikodemus. Er hat eine schöne Tochter, die er sehr liebt. Eines Tages muss der Vater verreisen. Er führt Barbara in einen hohen festen Turm. ‚Hier bist du sicher‘, sagt er, ‚bis ich wiederkomme. Ich bringe dir etwas Schönes von der Reise mit.‘ Ihre Dienerin Theodosa erzählt ihr von Jesus. Heimlich lässt sich Barbara taufen. Zum Zeichen ihres Glaubens lässt Barbara ein Fenster in den Turm brechen. Der Vater ist sehr zornig, als er davon hört. (…) ‚Du wirst diesen Christus vergessen und den Mann heiraten, den ich für dich ausgesucht habe!‘, bestimmt er. Aber Barbara bleibt ihrem Glauben treu.“[5]

Wir kennen den Ausgang der Geschichte: Nikodemus, Barbaras Vater enthauptet seine Tochter, sie stirbt als Märtyrerin für ihren Glauben an Jesus Christus. Dieses Ende, so Graf-Zanker, müsse man in der Grundschule aussparen, da eine Wiedersetzung der Kinder gegenüber ihren Eltern nicht deren Tod bedeutet. Somit endet die Erzählung mit Barbara im Kerker: sie verfängt sich mit ihrem Gewand in einem Zweig, der neue Blüten hervor treibt. Der Zweig treibt neues Leben, „Ich werde sterben müssen. Aber das Tor zum Leben wird sich auftun.“[6]. Mit den Gedanken des Ewigen Lebens, bleibt die Geschichte vor Grundschülern stehen.

In der anschließenden Erarbeitungsphase ging es darum eine Innenperspektive der Legende zu erlangen. Durch das Einnehmen verschiedener Symbole der Geschichte (Herz, Schlüssel, Kreuz, Bibel) oder das Verfassen eines Briefes an die Personen der Geschichte kann man die Verhaltensweisen der einzelnen Akteure besser nachvollziehen. Nach etwa 10 Minuten stellen einige StudentInnen ihre Ergebnisse vor: „Ich bin das Herz der Heiligen Barbara. Mein Vater will mich beschützen und sperrt mich deshalb in den Turm ein. (…)“.

Abbildung 3 BarbaraAbbildung 4 Barbara[Abbildung 3 und 4: Hl. Barbara eingesperrt im Turm (Holzfiguren)]

Reflexion

In der Abschlussreflexion, durchgeführt durch Herrn Joachim Sailer, wurden die vorgestellten Unterrichtsmodelle zu den Heiligen in das Wertmodell von Hans Georg Ziebertz eingeordnet. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Brauchtum, wie dies bei dem Heiligen Nikolaus und der Heiligen Barbara eingeleitet wurde, führt zu einer inneren Auseinandersetzung mit den Heiligen. Der Übertrag auf die heutige Zeit, mit Fragestellungen wie, „Wie würde ich handeln?“ oder „Wie kann ich helfen?“, führt zu einer Wertkommunikation.

Der Heiligenschein, mit dem die Heiligen in Gemälden oft dargestellt werden, steht für die Sonne der Auferstehung. Wie bereits zu Beginn gehört, sind Heilige Durchstrahler Gottes, in ihnen ist Gott im Hier und Jetzt präsent. Beendet wurde das Reliforum mit dem Kanon „Mache dich auf und werde Licht“ eine Aufforderung selbst Licht und Durchstrahler Gottes zu werden.

Sophia Schulz
Regina Bieloch
Justina Bayer

 

[1] Schauber, Schindler: Mein Buch der Heiligen und Namenspatrone. S.118 f.

[2] Schauber, Schindler: Die Heiligen und Namenspatrone im Jahreslauf. S.668.

[3] Bichler: Das Kinderbuch der Heiligen und Namenspatrone. S. 122.

[4] https://www.katholisch.de/artikel/162-legendare-martyrerin.

[5] Nach: Barbara Cratzius, Mit Kindern Heilige feiern, Herder 1985, S.103.

[6] Nach: Barbara Cratzius, Mit Kindern Heilige feiern, Herder 1985, S.103.

 

Literaturverzeichnis

Albert Bichler: Das Kinderbuch der Heiligen und Namenspatrone. Würzburg 2004: Echter        Verlag.

Vera Schauber, Hans Michael Schindler: Die Heiligen und Namenspatrone im Jahreslauf. München 1985: Delphin Verlag GmbH

Vera Schauber, Hans Michael Schindler: Mein Buch der Heiligen und Namenspatrone.               München 2005: Don Bosco Verlag.