28.01.2019 – Buddhismus in einem Tempel

Eingeladen in einem buddhistischen Zentrum der Theravada–Richtung.

Das Christentum trifft die Weltreligionen – Das war das Thema dieses Semesters. Nachdem in den ersten beiden Sitzungen Judentum und Islam behandelt wurden, ging es dieses Mal mit dem Buddhismus um eine fernöstliche Religion. Das Zentrum Wat Phra Dhammakaya Bavaria in Königsbrunn, welches wir besuchten, ist einer der Haupttempel der Theravada Richtung. Zu Beginn wurden wir durch die hellen Räume des Zentrums in einen Konferenzraum geleitet. Dort gab es zuerst eine kurze Einführung über die Theravada Richtung.

Deren vorrangiges Ziel ist es, das Nirwana zu erlangen. Dies ist der Zustand, in dem man von allem selbstverursachten Leid befreit ist. Dies gelingt durch das Beschreiten des achtfachen Pfades. Er stellt die letzten der vier edlen Wahrheiten dar. Die weiteren drei Wahrheiten sind die Wahrheit über das Leid, die Entstehung des Leidens durch Begierde und die Beendigung des Leidens. Die Beendigung ist mit dem befolgen des Pfades möglich. Durch Aufhebung des Begehrens kommt das gesamte Leid zum Erlöschen und man ist von Leid befreit. Die Methoden oder Wege wie man zur Leiderlösung kommt kann durch die Hilfe des achtfachen Pfades gesehen werden.

  • Die Rechte Einsicht: Was gut und schlecht ist und was die Folgen sind
  • Die Rechte Absicht: was man mit dem Herzen macht, ohne Erwartung auf eine Rückgabe dafür
  • Die Rechte Rede: Nicht zu lügen
  • Das Rechte Verhalten: An alle während dem Handeln zu denken
  • Der Rechte Lebenserwerb: Den Fokus auf der Karriere haben, den richtigen Beruf haben ohne dabei Tiere zu töten oder zu stehlen
  • Die Rechte Anstrengung: Man soll sich anstrengen
  • Die Rechte Achtsamkeit: In Harmonie mit der Umwelt zu leben
  • Die Rechte Sammlung: Man soll den Geist beruhigen, frei von Gedanken sein; gelingt durch Meditation

Als Zwischenziele gilt es positive Eigenschaften zu entwickeln und die Meditation in sein allgemeines Leben einzugliedern.

Nach der kurzen Einführung in die Religion wurden die Aktivitäten des Haupttempels in Thailand vorgestellt. Darunter fällt beispielsweise das Geben von humanitären Hilfen und das Meditieren. In Königsbrunn werden Meditationskurse und Tempelbesuche veranstaltet. Des Weiteren gibt es Interreligiöses Lernen zwischen den Religionen, Buddhistische Feste oder Novizentraining.

Einen weiteren Bestandteil unseres Besuchs stellte ein Gespräch mit Frau Engel dar. Sie wuchs christlich sozialisiert auf. Seit Frau Engel in Augsburg lebt, hat sie Kontakt mit dem buddhistischen Zentrum in Königsbrunn. Durch den Besuch von Meditationskursen lernte sie die Faszination des Buddhismus kennen. Im Gespräch mit ihr wurde deutlich, dass es ihr nicht um den Buddhismus als Religion geht, sondern vor allem um die Suche nach einem stabilen Glücksgefühl. Dieses soll durch ein In-sich- Versinken in der Meditation geschehen. Sie bewertet Glück nach der Dauer des anhaltenden Glücksgefühls. Deutlich machte sie uns das an einem Beispiel. Beim Klamottenkaufen erfährt man ein kurzfristiges Glücksgefühl, das nicht lange von Bestand ist. Wohingegen ein Buddhist im Verzicht jeglicher Dinge eine langfristiges Glücksgefühl sieht.

Nach der allgemeinen Einführung kam ein Buddhistischer Mönch zu den Versammelten, der zuerst etwas über sich erzählte, bevor er unsere Fragen beantwortete. Als er in seinem orangen Mönchsgewand, mit kahl rasiertem Kopf den Raum betrat, verbeugte er sich dreimal vor einer Buddha Statue. Die Zahl drei hat im Buddhismus eine große Bedeutung, denn sie steht für die drei großen Säulen des Buddhismus. Diese stellen die Lehre, Buddha selbst und die Gemeinschaft der Mönche dar. Daraufhin folgte ein offener Dialog in dem jeder seine Fragen an den Mönch und an Frau Engel stellen konnte. Schnell kam die Frage von einem Teilnehmenden, ob Buddha für ihn ein Gott sei. Er verneinte dies und erklärte, dass Buddha ein Lehrer und Vorbild für Buddhisten ist. Auf die Frage hin, wie das Nirwana zu erreichen wäre, erzählte er uns von den fünf Silas. Diese sind ähnlich zu unseren zehn Geboten und stellen einen moralischen Leitfaden dar. In Bezug auf Verhalten, kam die Gruppe auf das Thema Karma zu sprechen. Dabei geht es darum, dass positives bzw. negatives Handeln eine dementsprechende Auswirkung auf jemanden selbst hat. Die Wahl des Handelns hängt dabei von der jeweiligen Person ab.

Bild Mönch

Nach dem ausgiebigen Dialog mit dem Mönch wurden wir durch den Tempelkomplex geführt. Die zwei sehr großen Hallen bieten Platz für die zweimal im Monat stattfindenden Zusammentreffen der Gläubigen. Dafür stehen auch hauseigene Schlafplätze zur Verfügung. Da die Gottesdienste sich nach den Uhrzeiten im Haupttempel in Bangkok richten, stehen die Gläubigen um 3 Uhr morgens auf. Das Zentrum und das Leben dort ist durch Spenden finanziert. Von diesen werden auch die Gewänder für die Mönche bezahlt.

Bild Gebetsraum

Abschließend lässt sich sagen, dass es für die Meisten der erste Besuch und Kontakt mit dem Buddhismus war. Da wir aber sehr herzlich aufgenommen wurden, hatten wir durchgängig das Gefühl willkommen zu sein und alles Fragen zu dürfen. Es war ein sehr interessanter Abend und wir bedanken uns sehr für die Gastfreundschaft.

Franz Strauß
Stefanie Baumann
Elisa Konrad

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