13.11.2017 – Biblische Texte


Gedanken der Einstiegsrunde

  • Bilder als Schlüssel um biblische Sprachformen wahrzunehmen.
  • Was machen diese Bilder mit mir und welche Bedeutung haben sie für den Unterricht?
  • Biblische Texte greifen Erfahrungsbegriffe auf. Dies zeigt sich besonders in dem Zitat

„ In den alten Geschichten

Stehen Fragen und Antworten,

die gar nicht so alt sind“

 

  • Die Bibel als Einladung in den Zitaten:

 „ Du liest das Buch- das ist normal: Und zugleich liest das Buch dich – das ist ungewöhnlich.“

„ Es kann dir das Leben und die Welt erklären- wenn du es möchtest“       

Rainer Oberthür

 

  • Die Bibel als Antwort auf die Fragen der Entfremdung der heutigen Zeit (Hektik, Stress, Überforderung, Leistungsdruck).

Reliforum 2017

 

 

Folgende Ideen und Möglichkeiten der Workshops erscheinen mir hilfreich für meine zukünftige Tätigkeit als Lehrkraft

Workshop 1  „ Psalm – Wortkartei“

Der Kerngedanke, nach Berg ist, dass die Schüler mit ganzen Psalmen überfordert sind und es deshalb als sinnvoll erscheint bildhafte Sätze aus den Psalmen herauszulösen und in den Unterricht einzubauen. Dazu eignet sich hervorragend die Psalm-Wortkartei. Die Kartei beinhaltet schwarzweiß Bilder, die die Grundbefindlichkeiten des Menschen (Kind als Modell) darstellen. Diese Grunderfahrungen sind in Psalmsätzen vorhanden und eindeutig zu den Bildern zuzuordnen. Psalmsätze sind sprachliche Vereinfachungen, die beim Aufbau der Gottesbeziehung helfen. Gott wird mit „du“ angesprochen, was vor allem bei Kindern den Gedanken der  greifbaren Nähe Gottes fördern kann. Passende Psalmsätze werden den jeweiligen Grundbefindlichkeiten zugeordnet. Als Sicherung werden die Psalmsätze auf Papptellern mit dazugehörigen Assoziation aufgeschrieben und zu den schwarz weiß Bildern der Grundbefindlichkeiten gelegt.

Reliforum 2017-2

 

Workshop 2 Biblische Texte – Hoffnungstexte

Kern des Workshops ist das Thema „Auf Gott vertrauen – einen neuen Anfang wagen“, wie es im Lehrplan der 5. Jahrgangsstufe schulartübergreifend verankert ist. Die Schüler und Schülerinnen sollen ihre eigenen Stärken und Schwächen erkennen und diesen jeweils eine Farbe zuordnen. Anschließend tragen sie die Farbe in ein Gitter ein, je stärker die Eigenschaft für sie ist desto mehr Felder werden im Gitter in dieser Farbe ausgemalt. Somit entsteht für jede/n Schüler/in individuell ein Bild, das seiner Wahrnehmung entspricht. Anschließend lesen die Schüler/innen die Stelle im Buch (Genesis 12,1-9) in der Gott Abraham zum Aufbruch aufruft. Anhand von Abrahams Verhalten sollen die Schüler du Schülerinnen auch für Abraham ein Gitter ausmalen, für das sie ebenfalls Stärken und Schwächen ausgewählt und diese farbig gekennzeichnet haben. Somit entsteht ebenfalls ein Charaktergitter für Abraham, das die Schüler anschließend mit ihrem eigenen vergleichen können. Da jede/r Schüler/in seine eigenen Stärken und Schwächen und die Charakterzüge Abrahams individuell beurteilt, werden am Ende unterschiedlichste Ergebnisse entstehen. Die Schüler und Schülerinnen können somit vergleichen „wie viel Abraham in ihnen steckt“.

Am Schluss lesen die Schüler und Schülerinnen die Bibelstelle im Buch Genesis 18 um zu erkennen, dass trotz des anfänglichen Zweifels die Entscheidung des Aufbruchs am Ende richtig war und er und Sara dafür den Isaak (Gott lacht) geschenkt bekommen.

reliforum-2017-3.jpg

           

Workshop 3 Die Heilung eines Aussätzigen – Unterrichtsideen zu Mk 1,40-44, Mt 8,1-4, Lk 5,12-16

Die Herangehensweise an Bibelstellen über Aussätzige, anhand von Bildern mit abgebildeten Hautkrankheiten, finde ich sinnvoll, da sich die Schüler und Schülerinnen in die Problematik hineinversetzt fühlen und es zum Nachdenken und Diskutieren anregt.  Um das Geschehen der Bibelstelle Mk 1,40-42 besser zu verstehen, können die Szenen in Standbildern dargestellt werden. Dadurch können die Schüler und Schülerinnen die Situation besser nachvollziehen und das Gefühl von Jesus und/oder dem Aussätzigen spüren. Der Holzschnitt von Günter Skrodzki (siehe Bild) stellt Jesus und einen Aussätzigen dar. Hilfreich für den Unterricht ist es, wenn die Schüler und Schülerinnen das Bild übermalen. An diesen übermalten Bildern wird erkannt, dass Jesus mit hellen und freundlichen Farben dargestellt ist und der Aussätzige eher düster ausgemalt ist, aber Jesus das Helle und Freundliche an den Aussätzigen überträgt.

Reliforum 2017-4

 

 

 

Folgende Gedanken der Schlussrunde haben mich zum Nachdenken angeregt:

Aus den biblischen Texten kann Lebenskraft geschöpft werden und es ermöglicht uns, unser Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Der Leitsatz ist: „vom Lesewort zum Lebenswort“. Obwohl jeder Mensch negative Erfahrungen macht, wie in der Einstiegsrunde besprochen, können biblische Texte dennoch Hoffnung und Zuversicht geben. Es ist wichtig den Schülern und Schülerinnen die Sprache der biblischen Texte näher zu bringen und es lohnt sich, sich auf diese Texte einzulassen.

Reliforum 2017-5

 

 

Beschreiben Sie, an welchen Punkten der Veranstaltung Anknüpfungspunkte zu theologischen Inhalten lagen, die bereits Thema in Ihrem Studium waren!

  • Schlüsseltexte wurden in den anderen Veranstaltungen ebenfalls angesprochen.
  • Gleichnisse, Heilungsgeschichten und biblische Figuren waren bereits Thema in anderen Veranstaltungen.
  • Psalmen waren bereits inhaltlich in anderen Veranstaltungen thematisiert worden, allerdings gab es nun die Möglichkeit mögliche Anwendungen im Unterricht kennenlernen zu können.
  • Der Aufbruch Abrahams wurde schon vielfach kennengelernt, allerdings explizit auf seine persönlichen Stärken und Schwächen einzugehen war ein neuer Ansatz, der mir sehr gefallen hat.

 

 

Beschreiben Sie, was für Sie für Ihren Alltag als Lehrkraft aus der Veranstaltung mitnehmen können!

  • Psalm-Wortkartei, als didaktisch wertvolles Material, das jederzeit einsetzbar ist.
  • Für religiöse Bildung benötigt man nicht ganze Psalmen. Oftmals ist es elementarer mit wenigen, verständlich ausgedrückten Psalmsätzen zu arbeiten.

 

 

Beschreiben Sie welche persönliche Bedeutung das Thema der Veranstaltung für Sie hat!

Der Haupttenor der Veranstaltung war, dass sich nicht nur in der Bibel sondern auch im alltäglichen Leben die Geschichten immer nach dem Schema „obwohl-dennoch“ ablaufen. Bei Abraham war es nicht klar, ob er eine so schwere Reise überstehen würde, da er schon älter war. Dennoch hat er sich auf Gott verlassen und auf Ihn vertraut und wurde letztendlich dafür belohnt. Dasselbe findet sich in unserer Lebenswirklichkeit wieder. Auch wenn es im Leben Hindernisse wie beispielsweise schwere Prüfungen im Studium gibt und einige Hindernisse unüberwindbar erscheinen, darf man trotzdem nicht den Mut verlieren, sondern soll die Hoffnung behalten, dass Gott ein Auge auf uns hat und unser Leben in die richtige Bahn führen wird.

 

Verfasser: Sanja Jurkovic, Julia Merkle, Stefan Tokosch

 

Advertisements