29.06.2015 – KirchenTräume

Reportage zum Reli – Forum am 29.06.2015: „Kirchenträume“

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„Wenn es um Kirche geht: Wie positionieren Sie sich?“ Mit dieser einleitenden Frage eröffnet Herr Prof. Dr. Riegger den letzten Abend des Reli-Forums im Sommersemester 2015. Nachdem wir einige Kirchenkarikaturen betrachtet haben, fragen wir uns, was wir unter Kirche eigentlich genau verstehen. Ein Student wirft ein: „Kirche sollte integrieren, stimulieren und kritisieren“. Sicherlich sollte sich die Kirche stärker öffnen. Gleichzeitig muss sie „Antworten auf den Glauben von morgen finden“. Nach dem Beschluss der gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland sollen Religionslehrkräfte zu „kritischer Solidarität“ bereit sein. Deshalb stellen wir uns die Fragen: Was soll anders sein? Was soll sich verändern?

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„Was heißt träumen? Was machen Träume mit uns?“ Schockiert und gleichzeitig bewegt von dem ungeheuren Mut eines Mannes schauen wir uns einen Originalausschnitt einer Szene an, die sich 1989 am Platz des himmlischen Friedens in China ereignete: Ein bis heute Unbekannter stellte sich während eines Massakers vor einen Konvoi von Panzern und blockierte damit ihr Vorrücken.

Diese „ungeheure innere Motivation und innere Kraft die vier Panzer aufzuhalten“, so Herr Dr. Sailer, zeigt, dass Visionen und Träume die Welt verändern können. Ein Student formuliert sehr treffend: „Wir müssen die Träumenden zum Handeln und die Handelnden zum Träumen bringen.“ Letzten Endes geht es um eine „Gewissensschärfung des Einzelnen.

Auch Gott träumt. Er träumt von dem Guten in seiner Schöpfung. Diese Erfahrung machen nicht nur wir im Workshop zur Arche Noah bei Herrn Winklmann, sondern auch für Kinder soll diese Erkenntnis ersichtlich gemacht werden. Angeregt diskutieren wir, ob wir den gezeigten Film, der die Erzählung vom Bund Gottes mit Noah zeigt, in der Grundschule einsetzen würden. „Der Film ist kindgerecht aufgearbeitet.“, so ein Student. Mit einfachen Worten und gezeichneten Bildern wird die Geschichte Noahs erzählt. „Die Hintergrundmusik ist passend gewählt, sie begleitet die wenig bewegten Bilder ganz zaghaft.“ „Ich kann es mir sehr gut vorstellen, den Film im Unterricht zu verwenden, wenn ich ihn in kleinere Abschnitte unterteile.“, fasst eine Studentin treffend zusammen.

„In the name of love“ – Ein sehr bewegendes und durchaus religiöses Lied. Die Band U2 hat den Traum, die Welt verändern zu können. Rund 90% ihrer Texte sind christlich geprägt. Das Hoffnungslied „Pride“ erzählt von dem „Stolz, sich für das Leben, die Liebe und den Frieden einzusetzen“, so Frau Paul. „Konzentrieren Sie sich auf den Gesang im Lied. Können Sie verstehen, worauf es dem Bandleader in seinem Text ankommt? Wie werden die unterschiedlichen Instrumente eingesetzt? Wie wirkt das Lied dadurch auf Sie?“ Mit einem Hang zur Dramaturgie besingt die Band, wie wichtig es ist, seine Träume durchzusetzen und nicht aufzugeben. Wir Teilnehmenden sind überzeugt: Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

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Die Referendarin Veronika Meixner nimmt uns mit in ihre Lehrpobenunterrichtstunde zum Traum vom Reich Gottes. „Wie muss ich selbst handeln, um das Reich Gottes ein kleines Stück weiterzubauen?“ Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler. Kleine Kerzen symbolisieren, dass wir alle Teil des Reich Gottes sind. Wir gestalten daraus ein Bodenbild, das wir nach und nach mit Inhalt füllen. „Das entstandene Lichtermeer wirkt sehr beeindruckend auf mich“, so eine Studentin. Unser Bodenbild verdeutlicht die eigene Individualität, aber auch die Gruppe als Ganzes in einer Lichtereinheit.

„Gefühle sind das Elementare“. Wohl auch deshalb bleiben wir eine Weile still sitzen, bis wir wieder in die Wirklichkeit zurückfinden. Ein Schüler von Frau Meixner äußerte seine Idee vom Reich Gottes in einem Vergleich, dem wir lächelnd zustimmen können: „Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Handyupdate. Das Handy ist schon immer da. Man muss aber immer wieder Updates machen, die es manchmal besser, manchmal schlechter machen und trotzdem ist die Entwicklung nie abgeschlossen.“

Träume und Visionen fordern zu Taten heraus. Sie bewegen. Sie zeigen uns, wie dünn die Schicht zwischen Himmel und Erde ist. „Ohne Träume wäre die Kirche tot. Wer keinen Mut hat zu träumen, hat keine Kraft zu kämpfen.“ In diesem Sinne beendet Herr Dr. Sailer den bereichernden Abend mit einem Text von Roman Bleistein. Darin heißt es: „Ich träume von einer Kirche, die Hoffnung hat für die Welt und für einen jeden Menschen, weil sie den in ihrer Mitte hat, der alle Hoffnung begründet.“

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Laura Frank, Lena Ambrosi, Melanie Mayer, Laura Wagner

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