18.05.2015 – KirchenZeiten

Wer wissen will, wer er ist, muss wissen, woher er kommt, um zu sehen, wohin er will!“ Ein schönes Zitat, das aufzeigt, dass die Kirchengeschichte nicht nur unsere Vergangenheit, sondern auch unsere Gegenwart und Zukunft berührt. „Was damals die Gemüter ergriff, soll auch heute die Gemüter er-greifen!“ Diesem Motto entsprechend wurden einzelne Themenbereiche der Kirchengeschichte mit der heutigen Lebenswelt verbunden und in den darauffolgenden Workshops den Teilnehmenden nähergebracht. Durch das Einbeziehen der didaktischen Prinzipien wurden wir emotional, punktuell und individuell angesprochen.

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„Was wäre für Sie das größte Abenteuer?“ Mit diesem Impuls fesselte Herr Prof. Dr. Manfred Riegger eine Gruppe der Teilnehmenden am Reli Forum Augsburg. „Die ganze Welt zu bereisen und viele Kulturen kennen lernen“, war das Bestreben Vieler. Was auf den ersten Blick nach einem aktuellen Motiv erscheint, war tatsächlich schon zu Zeiten der Kreuzzüge der Grund, warum sich einige den Zügen anschlossen. Eine fiktive Geschichte über einen jungen Bauernsohn aus der damaligen Zeit ermöglichte den Teilnehmenden einen Perspektivwechsel: So konnten sie ein Gespür für eine ganz andere Zeit entwickeln. Wenn uns bereits ein Spaziergang von der Universität zum Königsplatz zu weit ist, dann ist es undenkbar, drei Jahre zu Fuß unterwegs zu sein, wie dies in der Geschichte erzählt wurde.

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„Wir reisen nun ca. 500 Jahre zurück in die Stadt Eisleben, schließe deine Auge und erlebe mit, was dort alles passierte.“ Mit diesen Worten nahm uns Herr Constantin Wolf mit in die Zeit Martin Luthers. Durch diese Gedankenreise wurde das harte und unfaire Leben der Menschen zur Zeit des Mittelalters deutlich. Viele betrachteten damals ihr Leid als Strafe Got-tes für ihre Sünden, welche nur durch den Ablasshandel getilgt werden konnten. Um diese Demütigung beim Ablasshandel am eigenen Leib nachvollziehen zu können, inszenierten wir eine solche Situation in einem Rollenspiel: Kniend bat eine Büßerin um die Vergebung ihrer Sünden. Leider hatte sie aber nicht genug Geld. Erst als sie die letzten Reste ihres Vermögens zusammengekratzt hatte, wurde der Ablass mit den Worten „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ vollzogen. Durch das konkrete Hineinversetzen in die damalige Situation wurde Geschichte lebendig.

„Aggiornamento! Die Kirche muss sich heuten!“ Auf diese Weise eröffnete Frau Eva Kuhn eine spannende Diskussion über die Entwicklung der Kirche, welche durch Papst Johannes XXIII angestoßen wurde. Gottesdienste auf Latein, Mundkommunion, Predigt von der Kanzel herunter und ein von der Gemeinde abgewandter Priester. Ein so gestalteter Gottesdienst ist für uns heute unvorstellbar. Das alles änderte sich tatsächlich erst vor circa 50 Jahren mit dem II. Vaticanum. „Ob es vielleicht an der Zeit für ein drittes Vatikanisches Konzil wäre?“, wirft jemand in die Runde. Sofort kommen auch schon Reformfragen auf: „Sollten geschieden-wiederverheiratete Gläubige zur Kommunion gehen dürfen?“ Oder: „Wie steht es mit dem Zölibat?“ Denn fertig ist Kirche noch lange nicht!

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Zurück im Plenum macht uns Herr Dr. Joachim Sailer mit Hilfe des Bildes „Kirchengeschichte“ von Sieger Köder deutlich, wie Menschen die Geschichte gestalten und die Zeit füllen. Man sieht die verschiedensten Arten von Uhren: Eine Sonnenuhr, eine Pendeluhr und eine Sanduhr. Wie eine Teilnehmende so treffend formulierte: „An sich ist es ein Stillleben, aber man hat das Gefühl, dass die Zeit tickt.“ Die Pendeluhr gibt den Takt vor. Was empfinde ich dabei, wenn ich das Schlagen einer Uhr höre? Beruhigt es mich oder stört es mich? Das abgebildete Kartenspiel zeigt bedeutende Persönlichkeiten, die die Kirchengeschichte ge-prägt haben. Die noch ver-deckten Karten erzeugen Spannung und weisen darauf hin, dass die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Wir Menschen werden diese weiterhin gestalten. Ein jeder von uns. Was also erwarte ich von meinen Karten?

Von Ernst Isabella, Schnupp Janina, Robenek Susanne, Mayer Stefanie und Avcilar Jasmin

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