20.10.2014 – Leben

Damit ihr das Leben in Fülle habt (vgl. Joh 10,10) Im Hier und Jetzt genießend dem Leben begegnen!

Eine ausführliche Version mit Bildern finden Sie hier.

Eine Szene skizziert Hochhäuser bei Nacht. Durch die unzähligen Fenster schimmert Licht. Lediglich die äußere Fassade ist zu sehen. Was sich in den jeweiligen Zimmern ereignet, bleibt dem Betrachter verborgen.
„Welches der ausgelegten Bilder spricht mich an? Was drückt dieses Bild für mich über das »Leben« aus?“  
Von diversen Bildern angeregt, unternahmen die rund 50 Teilnehmer des Reliforums um Herrn Prof. Dr. Manfred Riegger am 20. Oktober 2014 in den Räumlichkeiten der Franz von Assisi-Schule den Versuch, das irdische Leben in seinen vielfältigen Facetten zur Sprache zu bringen.
Diese Vielschichtigkeit des Lebens steht im Zentrum. Es beginnt irgendwann – pränatal – also vor der Geburt, und Endet zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt, wobei religiös auch postmortal nicht zu Ende ist. Unzählige Entscheidungen, etliche Möglichkeiten, ein dauerndes Suchen und dazwischen die Fragen: „Wann gelingt Leben? Warum lebe ich?“ Im Sinne eines schülerorientierenden Lernens stellen wir uns als Zielperspektive entsprechend die Frage, welche Hilfen zu einem sinnvollen und sinnerfüllenden Umgang mit dem Leben den Heranwachsenden angeboten werden können. Vier Workshops eröffnen uns Teilnehmern reizvolle Zugänge der Vielschichtigkeit des Lebens zu begegnen.


»Leben – Das Labyrinth.«
Wir betreten den Raum. In der Mitte liegt ein Holzbrett, in das verschiedene »Wege« geritzt sind – ein Labyrinth. Außen herum sind weitere Labyrinth-Abbildungen zu sehen.

Die Vielfalt der (Lebens-)Wege wird ersichtlich. Mit Murmeln beginnen wir, die Wege des Labyrinths nachzufahren. So lange, bis sich die beiden Murmeln an einem gemeinsamen Punkt ihrer jeweiligen Wege treffen. Wie geht es nun weiter? Wählen die beiden Murmeln den gleichen weiteren Weg? Gehen sie aneinander vorbei? „Wie war es für euch?“ „Ich spürte, dass der Weg ins Innere immer schon vorbestimmt ist. Man kann sich nicht wirklich verlaufen. Denn es ist kein Irrgarten mit Sackgassen – man muss jedoch die Orientierung behalten und Vertrauen haben. Auch, wenn es manchmal nicht ganz einfach ist.“ Die Mitte des Labyrinths soll das Ziel sein. Oder ist der Weg das Ziel? Kann der eigene Lebensweg tatsächlich mit einem Labyrinth verglichen werden? Für viele Menschen ist die Wegsymbolik, das Labyrinth als Symbol für den menschlichen Lebensweg von wesentlicher Bedeutung: Wer ein Labyrinth betritt, hat bereits ein Ziel vor Augen. Dabei stellt sich für viele häufig die Frage, ob sie sich noch auf dem richtigen Weg befinden. Das Labyrinth bringt für die Teilnehmer einen wesentlichen Aspekt des Lebens zum Ausdruck: mein Weg zur eigenen Mitte kann ein langer und anspruchsvoller sein. Selbst wenn das Leben von Unvollkommenheit, Leid, Entfremdung, Verwirrung, Erfolglosigkeit und Durststrecken gezeichnet ist, soll das Labyrinth eine Ermutigung und eine Einladung ein, sich auf den Weg zu machen.

„Kompetenzen im RU“
Kompetenzen und die 10 Gebote? Herr Dr. Joachim Sailer, Seminarrektor i. K, verrät wie. An die alttestamentlichen Weisungen sollen SchülerInnen gemäß dem Lehrplan plus für die Realschule in Bayern kompetenzorientiert herangeführt werden: Warum aber sollen Schüler heute noch die 10 Gebote für ihr Leben benötigen? Ich überlege: „Was ist für mich wichtig, damit mein Leben gelingt?“ – „Ist es mein Smartphone?“ – „Warum?“ -„Denk mal darüber nach!“. Denk du auch mal darüber nach: „Was ist das wichtigste? Was ist das Unwichtigste? Mach doch mal deine eigene Reihenfolge aus den 10 Geboten und versuche es zu begründen“. Kompetenzen werden durch Inhalte erschlossen. Nicht Inhalte vorgeben, sondern Inhalte entwickeln lassen. Und so spürten wir am eigenen Leib, wie wir mit uns ringen, wie wir überlegen. Und wir denken an die anfänglichen Worte von Prof. Dr. Riegger über die Pluralität des Lebens und Entscheidungen. Und so sind wir mitten drin: Manche können sich nicht entscheiden, manche wollen sich nicht entscheiden. Aber sie grübeln… wohl noch tagelang, vielleicht auch ihr Leben lang.
Und so sind wir am Ende angekommen und jeder soll für sich selbst aufschreiben: „Wann gelingt mein Leben?“. Und wieder sieht man nachdenkliche Gesichter, der Raum wird erst laut, es wird versucht sich auszutauschen. Doch das Leben ist individuell. So wird der Raum immer leiser und stiller. Religion darf herausfordern, Religion besteht aus schwierigen Fragen. Wenn die Antwort nun lautet: „Geld, Autos und Häuser“ – verstoße ich gegen katholische Tradition? Darf ich überhaupt das materielle Leben genießen? Oder etwa nur das Geistliche? „Damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10) gibt uns eine Antwort. Das Leben als Vorgeschmack des ewigen Lebens annehmen. Die positiven Seiten des Lebens genießen und darauf aufmerksam machen. Eine Balance für sich selbst finden. Mit Zeilen von Mutter Teresas endet das Reliforum: „Das Leben ist Liebe, genieße sie!

Marie-Therese Kuhn, Lea Schirm, Anna Unglert

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