20.01.2014 – Himmel

„Himmel auf …“

CIMG5172

Gebannt schauen die 50 Teilnehmer des Reliforums auf die Leinwand: Auf diese werden nacheinander zwei stimmungsvolle Bilder eines sternenklaren Nachthimmels projiziert – zunächst mit einem „Sternengucker“ am unteren Bildrand und anschließend mit einer Sternschnuppe im Zentrum. Dass die zweite Darstellung ein Ausschnitt des ersten sein könnte, ist einer der Gedanken, die geäußert werden. Assoziationen zum Thema „Himmel“ werden auf Zettel in Wolkenform geschrieben und diese in der Mitte des Raumes auf dem Boden nach verschiedenen Themen angeordnet – dabei werden Oberbegriffe wie „Spiel“, „Sprichwörter“, „Tod“, „Wetter“, „Literatur“ und viele andere gefunden. Schnell wird deutlich, dass es ganz unterschiedliche Perspektiven der „Himmelsbetrachtung“ gibt. Da wären zum Beispiel die physiologische oder christlich-theologische Dimension, aber auch ein hybrides/ gemischtes Verständnis ist möglich – wichtig ist vor allem, dass Konversationspartner dieselbe Himmelsdimension betrachten bzw. verstehen, um Missverständnisse in der Kommunikation zu vermeiden. Im Anschluss hat jeder die Möglichkeit, nach eigenem Interesse eine der vier Arbeitsgruppen zu wählen – dabei stehen zur Auswahl die Themenschwerpunkte Himmel in der Musik unter der Leitung von Frau Yvonne Paul, Himmel in der Kunst vorgestellt von Herrn Dr. Joachim Sailer, Himmel in Bilderbüchern betreut von Frau Eva Kuhn und Himmel in Geschichten, die das Himmelsverständnis fördern, organisiert von Prof. Dr. Manfred Riegger. Die Gruppenstärke variiert aufgrund der freien Wahl und unterschiedlichen Ausbildungs- und Arbeitsschwerpunkte der Teilnehmenden. Den größten Zuspruch findet dabei die Gruppe, die sich mit dem Song „Himmel auf“ von Silbermond beschäftigt und die Gestaltung des Videos mit dem Inhalt des Textes und der Melodie vergleicht. Mit dem Kunstwerk „Himmelfahrt“ von Salvadore Dali beschäftigen sich die Teilnehmer der Kunst-Gruppe, die sich darin einig sind, dass das Bild verschiedene Dimensionen, darunter eine apokalyptische Anschauungsmöglichkeit, bietet und dennoch geheimnisvoll bleibt. „Mama, wie groß ist der Himmel“, „Pele und das neue Leben“ und „Wolkenbilder“ sind die vielversprechenden Titel der Bilderbücher, deren Inhalt und Eignung für die Elementarpädagogik von einer weiteren Gruppe untersucht wird. Mit Hilfe verschiedener kürzerer Erzählungen, u.a. der rabbinischen Erzählung „Die langen Löffel“, wird das eigene Himmelsverständnis in der vierten Gruppe näher erkundet. Einig sind sich alle Teilnehmer der verschiedenen Gruppen darin, dass anstelle negativer Theologie in Form von „Hölle“-Bezügen, viel mehr positive, hoffnungsvolle Bilder gezeichnet und die Nähe zu Gott herausgestellt werden sollte. Darüber hinaus bleibt die Einsicht, dass die volle Wirklichkeit des Himmels die menschliche Vorstellung sprengt und nicht genau erfassbar ist. Himmel ist nicht nur das physikalisch erklärbare Himmelblau, oder Abendrot, sondern auch das „Sich-auf-den-Weg-machen“, das Suchen, Streben, Nachdenken, „Über-sich-hinauswachsen“ und den Himmel in sich selbst zu entdecken. Den „krönenden“ Abschluss der Veranstaltung bildet der Vortrag des Gedichtes „Himmel“ von Marie-Anna Immerz durch Frau Yvonne Paul, mit visueller Untermalung durch ganz unterschiedliche Aufnahmen dieses weiten, unbekannten Himmels über uns allen.

Constanze Geßendorfer, Julia Wilhelmi

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s