02.06.2014 – Gleichnisse

Reli-Forum Reportage: Das Unsagbare in Gleichnissen zur Sprache bringen, 2.6.2014

Im „Haus der Stille“ der Franz-von-Assisi Schule finden sich um die 50 Personen ein. Die Gruppe sitzt in einem Stuhlkreis in der Mitte des Raumes. Es herrscht absolute Stille. Sanft entfaltet sich Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ und erfüllt den Raum mit einer besonderen Atmosphäre. Dr. Joachim Sailer erzählt mit der leisen Musik im Hintergrund das Gleichnis des wachsenden Senfkorns.

„Welche Bilder ffrufen die Musik und das Gleichnis in euren Köpfen hervor?“, fragt er die Teilnehmenden.

Das Reli-Forum teilt sich nach dem einführenden Impuls wie üblich in kleinere Workshops auf, um dort in einer kommunikations- und arbeitsfähigen Gruppengröße weitere Gleichnisse vertieft zu behandeln. In einem der angebotenen Workshops wird das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg erarbeitet. Die Teilnehmenden lernen hier zunächst das Gleichnis unter der Anleitung von Frau Kuhn kennen und drücken danach die die Gedanken einzelner Weinbergarbeiter in der Ich-Perspektive aus: „Ich fühle mich vom Arbeitgeber betrogen.“, „Toll, das nächste Mal beginne ich auch erst später mit der Arbeit!“, „Obwohl ich erst so spät wegen familiären Problemen am Marktplatz sein konnte, wurde ich dennoch engagiert und bekomme den gleichen Lohn, damit ich meine Familie ernähren kann.“

Die Teilnehmenden können sich auf diese Weise gut in die Lage der Arbeiter im Weinberg hinein-versetzen und werden mit den unterschiedlichsten Gefühlen wie Neid oder dem Gefühl, benachteiligt zu sein, konfrontiert.

Viele Menschen sind von einer existentielleren Not betroffen und bedürfen der Hilfe. Wie der Weinbergbesitzer seine Nächsten-liebe unter Beweis stellt, so wollen auch wir nach seinem Vorbild leben.

In einem zweiten Workshop, welcher unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Riegger stattfindet, beschäftigen sich die Teilnehmenden mit dem Gleichnis des barmherzigen Vaters (Lk 15, 1-3.11-32). Der Sachverhalt, dass der Sohn, der alles verprasst hat, trotzdem Vergebung erfährt und gar ein riesiges Fest zu seiner Rückkehr gefeiert wird, stößt bei Schülerinnen und Schülern zumeist auf Unverständnis. Daher ist es nötig den soziokulturellen Hintergrund, also den Ort der Handlung und die Hintergründe der einzelnen Personen des Gleichnisses zu beleuchten: Der Sohn verlässt das Haus des Vaters und verschwendet dessen Erbe in einem fremden Land. Dort kommt es nach einer Hungersnot zum bitteren sozialen Abstieg des Sohnes. In so einer Notsituation möchte kein Vater seinen Sohn sehen. Deshalb wird es verständlicher, dass dieser seinen Sohn wieder bei sich aufnimmt. In einem weiteren Schritt geht es um ein Bild, auf dem die Rückkehr des Sohnes zu seinem Vater zu sehen ist. Anhand dieses Bildes und eines vereinfachten Textes des Gleichnisses, bearbeitet man im Workshop das Gleichnis auf eine schülerfreundliche Weise.

Die Teilnehmenden beschreiben, was sie auf dem Bild erkennen können. Eine mögliche Interpretation des Bildes und des Textes ist, dass sich Gott in dem barmherzigen Vater wiederfindet. Somit erfährt der Sohn durch die Güte des Vaters die Gnade Gottes.

Im Anschluss an die Workshops finden sich die Teilnehmenden erneut zusammen, um die gemachten Erfahrungen zu reflektieren.

Mit einem Rückbezug auf das Gleichnis des Senfkorns verinnerlichen die Teilnehmenden, dass aus allem Kleinen etwas Großes entstehen kann. Diese Erinnerung darf nun jeder, symbolisiert durch ein kleines Senfkorn in seiner Tasche, mit nach Hause tragen.

fff

Geiger Steffen, Reck Leonhard, Baur Christian

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